Holzböden wie neu

1. DIE VORBEREITUNG:
Alle Gegenstände vor den Renovierungsarbeiten aus dem Raum entfernen.
Maler- und Tapezierarbeiten sollten abgeschlossen sein.

1.1. Entfernen der Sockelleisten:
Holzkeil zum Schutz an die Wand legen, zwischen Holzkeil und Sockelleiste einen Meißel oder einen breiten Schraubenzieher einschlagen. Das Werkzeug hin- und herbewegen, dadurch lockert sich die Leiste und kann von der Wand gezogen werden
(Tipp: die Leisten durchnummerieren und auf einem Skizzenplan einzeichnen)

1.2. Versenken der Nagelköpfe
Ãœberprüfen Sie den Holzboden gewissenhaft nach vorstehenden Nagelköpfen oder losen Holzteilchen. Nagelköpfe gezielt versenken. Holzteilchen, die sich gelöst haben, mit Parkett-Leim festkleben.

1.3. Reinigen
mit Besen oder Staubsauger

2. DAS SCHLEIFEN
mit Walzenschleifmaschine

Vor der Behandlung mit Öl muss der Fußboden – egal ob alt und renovierungsbedürftig oder neu verlegt – geschliffen werden und zwar in Abstufungen von grob bis sehr fein.
Ein guter Schliff ist die beste Voraussetzung für eine schöne, gleichmäßige Endbehandlung und strapazierfähige Oberfläche.
Der Schliff erfolgt in mehreren Arbeitsgängen mit immer feineren Körnungen.

Richtwerte:
Beginn: alter Fußboden Korn 24/36
neuer Fußboden Korn 100/60
Abstufungen: 60, 100, 120, (150)*
keinen Schleifgang auslassen,
Schleifstaub nach jedem Schleifgang absaugen.

2.1 Das Vermeiden von Schleifspuren bei Walzenschleifmaschinen
wichtig: Maschine langsam und gleichmäßig führen. Rückwärts- und Vorwärtsschliff in der selben Spur. Richtungswechsel sollen grundsätzlich in lichtarmen Bereichen des Raumes liegen. Ist das nicht möglich, werden die Wendepunkte von Hand in der ursprünglichen Schleifrichtung nachgeschliffen.

unbedingt vermeiden:
mit rotierender, abgelassener Schleifwalze stehen bleiben oder die Richtung wechseln. Vor dem Endpunkt einer Schleifrichtung die Schleifwalze rechtzeitig und langsam vom Boden abheben.
Unebenheiten: rechtwinklig zum vorhergehenden Schliff einen Schleifgang durchführen.

2.2 Schleifrichtungen bei verschiedenen Verlegemustern

Schleifrichtung grob:
Mosaikparkett oder Fischgrätverband: 45° zur Verlegerichtung.
Schiffsbodenverband: 15° – 30 °- Winkel zum Verband
immer möglichst in Richtung des Lichteinfalls schleifen.

Schleifrichtung fein:
Mosaik- oder Stabparkett jeweils rechtwinklig zum vorherigen Schleifgang,
letzter Schleifgang in Richtung des Lichtes.
Schiffsbodenverband immer in Richtung des Verbandes, auch den letzten Schleifgang,
Schleifstaub entfernen.

2.3 Treppen mit Randschleifmaschine
alte Stufen werden durch das Schleifen auch eingeebnet.
Bei Wachs: Wachsschicht mit Ziehklinge abnehmen,
sonst werden Schmutz und Lack mit Körnung 24
für den ersten Schliff abgenommen.
Weiter mit Körnung 40, 60, 100, 120 (150)*

2.4 Ränder und Ecken mit Randschleifmaschine
Beginn mit Körnung 40, weiter mit Körnung 60, 100, 120 (150)*.
Führung ohne zusätzlichen Druck in kreisförmigen Bewegungen. Die Maschine muß immer in Bewegung sein. Auf übergangslosen Schliff zur Fläche achten.

2.5 Risse und Fugen:
vor dem letzten Feinschliff werden Risse und Fugen ausgefüllt:
Mischung aus Schleifstaub und Mix + Fill. Diese Masse mit einem flachen Spachtel auf dem gesamten Fußboden verteilen, 30 Minuten abbinden lassen, dann kann der Feinschliff erfolgen.

2.6 Feinschliff = letzter Schliff
entweder mit der Walzenschleifmaschine oder Einscheibenmaschine und Korn 120 (oder 150*). Die Maschine gleichmäßig und nicht zu schnell über den Boden führen. Ränder und Ecken mit der Randschleifmaschine und derselben Körnung bearbeiten.
Die Fläche mit Besen gründlich entstauben.

* 150er Schliff ist unbedingt erforderlich, wenn anschließend geölt wird.

3. DIE OBERFLÄCHENBEHANDLUNG

3.1 Auftrag von Öl oder Ölsiegel
Schuhe entweder mit nicht abfärbenden Ãœberschuhen versehen oder nur mit Socken bekleidet arbeiten. Alternativ: Schuhe mit Öl oder Ölsiegel reinigen (abreiben).

1. Auftrag mit KUNOS-Naturöl-Siegel* oder SANTORIN Compact-Öl farblos – zur Erhaltung des hellen Farbtones empfehlen wir für Ahorn, Birke oder Fichte KUNOS-Naturöl-Siegel weiss* oder SANTORIN-Compact-Öl weiss*/doppelweiss*. Alternativ Grundierung mit LEINOS Hartöl 240*.
Der Auftrag kann mit Schwammleiste, Flächenstreicher oder Walze in Holzfaserrichtung oder bei Mosaikparkett, Fischgrätmuster etc. diagonal dazu erfolgen. Beginn von Seite des Lichteinfalls, Arbeiten vom Licht weg.
Achtung: Selbstentzündungsgefahr von leinölgetränkten Lappen, Schwämmen etc. beachten!

3.2 Abnehmen vonÜberschuß:
nach 10 Minuten Überschüsse von Öl oder Ölsiegel mit Gummilippe, trockener Schwammleiste oder saugfähigem Lappen abziehen. Danach die Fläche mit einem beigen Pad polieren. Es dürfen, insbesondere gegen das Licht, keine Schlieren zu sehen sein.
Trockenzeit: 12 Stunden
Den 2. und 3 Auftrag mit KUNOS-Naturöl-Siegel farblos*/SANTORIN Compact-Ö–l farblos*/LEINOS Hartöl spezial 245 * wie oben beschrieben, jedoch wesentlich sparsamer in der Auftragsmenge. (So sparsam wie beim Auftrag einer Möbelpolitur!)

3.3 Aushärtung:
Idealerweise 3 Tage nicht Betreten. Nicht mit Teppichen oder Plastikfolien abdecken. Wenn abgedeckt werden muß, dann mit Wellpappe.

4. REINIGUNG und PFLEGE
in den ersten 4 Wochen möglichst nur trocken reinigen (Staubsauger, Besen). Für die Unterhaltsreinigung empfehlen wir TRENA-Neutralreiniger*/SANTORIN-Reiniger*, für gelegentliche Pflege GLANOS-Pflegeemulsion/SANTORIN-Glanzpflege*/LEINOS Bodenmilch 920*.

Gründliche Reinigung und Auffrischung:
Fordern Sie dazu unsere ausführliche Pflegeanleitung an.

Diese Kurzfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Vor dem Einsatz von Maschinen und der Verwendung von Produkten lesen Sie die jeweiligen technischen Informationen und Arbeitsanleitungen sorgfältig durch.

Die Anleitung zum Ölen mit SANTORIN können Sie
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